ZEWO



TwitterBlaues Kreuz Bern auf Twitter

Verpassen Sie keine News und folgen Sie uns auf Twitter.


YouTube-KanalBlaues Kreuz Bern auf YouTube

Videos rund um das Thema Sucht und Suchtprävention auf YouTube.


JugendschutzblogJugendschutzblog auf Wordpress

Aktuelle Infos rund um das Thema Jugendschutz auf Wordpress.

21.09.2018

«Juul» gibt hohen Nikotindampf ab

Laut Medienberichten steht die E-Zigarette «Juul» vor dem Schweizer Markteintritt. Damit wäre «Juul» das erste E-Zigarette Pod-System mit Nikotinsalz in der Schweiz. Nikotinsalze sollen laut dem Hersteller von «Juul» eine schnellere Reaktion des Nikotins im Körper bewirken. Eine US-Studie bestätigt, dass «Juul» eine ähnlich hohe Nikotindosis abgibt wie herkömmliche Tabakzigaretten.

Kürzlich wurde die bisher erste Studie zur Nikotinbelastung bei Jugendlichen, die Pod-Systeme verwendeten, veröffentlicht (Goniewicz, 2018). Fünf E-Zigaretten – darunter auch «Juul» – wurden genauer unter die Lupe genommen. Insgesamt 506 Studienteilnehmende im Alter von 12 bis 21 Jahren nahmen an der Untersuchung teil. 79.7% der Befragten nutzten in den letzten 30 Tagen «Juul».

Bedenkliche Ergebnisse
Das Nikotin im Dampf von drei E-Zigaretten lag fast auf dem Niveau von Tabakzigaretten. Darüber hinaus war der Gehalt an Cotanin (Nebenprodukt des Nikotins) im Urin der untersuchten Personen höher, als bei regelmässigen Tabakzigarettenrauchenden.

Keine Untersuchung zur Wirkung von Nikotinsalzen
Nach wie vor im Dunkeln bleiben die gesundheitlichen Auswirkungen des Konsums von E-Liquids mit Nikotinsalzen. Der Hersteller von «Juul», Pax Labs Inc., hat zur Nikotinanflutung eine Studie in Auftrag gegeben, welche die schnelle Nikotinkonzentration im Blut bestätigen soll (Siegel, 2015). Dringend nötige unabhängige Studien dazu gibt es bisher nicht. Kundinnen und Kunden nehmen daher unbekannte Risiken in Kauf. «Da Nikotinsalze möglicherweise einen schnellen Nikotinhit ermöglichen, wäre die Gefahr gerade bei Nicht-Tabak-Konsumierenden besonders hoch, nikotinsüchtig zu werden», so Markus Wildermuth vom Blauen Kreuz.

Kantone müssen jetzt handeln
Im Moment sind E-Zigaretten und nikotinhaltige Liquids in der Schweiz ohne Altersbeschränkung verkäuflich und können auch auf Plakaten beworben werden. Auf eidgenössischer Ebene wird es noch einige Jahre dauern, bis das neue Tabakproduktegesetz diese Gesetzeslücken schliesst. Bisher hat nur der Grosse Rat im Kanton Wallis E-Zigaretten gleich wie herkömmliche Tabakprodukte reguliert. Mehrere Vorstösse in anderen Kantonen sind hängig. Christine Grogg, Grossrätin und Präsidentin des Blauen Kreuzes Bern - Solothurn - Freiburg meint dazu: «Die Kantone haben es jetzt in der Hand, E-Zigaretten sowie Tabakerhitzungsgeräte gleich zu regulieren wie herkömmliche Tabakprodukte. Der Kanton Wallis ist ein gutes Beispiel dafür»

Für Rückfragen
Markus Wildermuth
Leiter Information
Tel: 031 398 14 55
Mail