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04.04.2019

Medienmitteilung: Selbstbeschränkung reicht nicht!

Jeder vierte Kiosk in Bern verkauft E-Zigaretten-Liquids an Minderjährige – trotz unterschriebenem Codex. Dies zeigen Testkäufe des Blauen Kreuzes Bern – Solothurn – Freiburg. Eine gesetzlich verankerte Gleichbehandlung von E-Zigaretten und herkömmlichen Raucherwaren im Tabakproduktegesetz ist dringend nötig.

Das Blaue Kreuz Bern – Solothurn – Freiburg führte vergangene Woche Testkäufe von Liquid-Kartuschen (sogenannten Pods) des umstrittenen E-Zigarettensystems «Juul» durch. Getestet wurden 21 Verkaufsstellen in der Region Bern. Davon verkauften fünf Betriebe der 16-jährigen Testperson die Liquids im Viererpack, ohne einen Ausweis zu kontrollieren.


Foto der Liquid-Kartuschen, die durch die 16-jährige Testperson gekauft wurden (Quelle: Blaues Kreuz Bern – Solothurn – Freiburg). Das Bild in hoher Auflösung kann via Mail an info@jugendschutzbern.ch angefordert werden.

Auf eidgenössischer Ebene fehlt bezüglich E-Zigaretten bisher jegliche rechtliche Grundlage. Die grössten Schweizer Handelsunternehmen haben sich kürzlich einem selbstverpflichtenden Codex der Vereinigung des schweizerischen Tabakhandels angeschlossen. Zu den unterzeichnenden Parteien gehören auch die Betreiber der getesteten Kioske. Wer den Codex unterschreibt, «verzichten auf die Abgabe bzw. den Verkauf von Tabakprodukten und elektronischen Zigaretten an Minderjährige» (https://www.swiss-tobacco.ch/codex/).

Die durchgeführten Testkäufe zeigen jedoch ein anderes Bild. «Die Selbstverpflichtung reicht bei Weitem nicht aus, um bei den neuen Trendprodukten einen wirkungsvollen Jugendschutz zu gewährleisten. Dazu braucht es dringend ein griffiges Tabakproduktegesetz» stellt Micha Suter, Leiter des Jugendschutzes Blaues Kreuz Bern – Solothurn – Freiburg fest.

Für das Verkaufspersonal ist die heutige Situation unklar. Es ist schwierig zwischen Produkten zu unterscheiden, die unter die Selbstverpflichtung fallen und solchen, die zu den herkömmlichen Raucherwaren gehören. Letztere sind in der Schweiz kantonal geregelt. Auch dies spricht für eine unmissverständlich klare nationale Gesetzesgrundlage.

Das Blaue Kreuz fordert für E-Zigaretten sowie herkömmliche Tabakwaren ein einheitliches Verbot der Abgabe an Minderjährige und sowohl Werbe- als auch Sponsoringverbote im neuen Tabakproduktegesetz (TabPG). Beide Produktgattungen enthalten Nikotin und zielen darauf ab, Konsumentinnen und Konsumenten süchtig zu machen. Deshalb ist es wichtig, Jugendliche davor zu schützen. Die Kantonsparlamente von Bern, Baselstadt, Baselland und Waadt haben kürzlich Vorstösse überwiesen, die in jeglichen Belangen eine Gleichbehandlung von E-Zigaretten mit herkömmlichen Tabakwaren fordern; in Zürich steht die Parlamentsdebatte bevor.

Medienmitteilung als PDF

Bei Rückfragen

Micha Suter
Leiter Jugendschutz
Blaues Kreuz Bern – Solothurn – Freiburg
Tel: 031 398 14 56
micha.suter@suchtpraevention.org

Weitere Informationen

www.jugendschutzbern.ch
jugendschutzch.wordpress.com
twitter.com/JugendschutzCH